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Donnerstag, 6. Juni 2013

hosgeldiniz e türkiye



.........willkommen in der Türkei


Wir müssen gestehen, dass wir bislang sehr wenig über die Türkei gewusst haben. Natürlich haben wir uns etwas auf die kommenden Reisewochen in diesem Land vorbereitet, doch lassen wir uns vorwiegend überraschen, was Kultur sowie Natur anbelangt. Was wir vorfinden übertrifft unsere Erwartungen:

Wir erfahren bedingungslose Gastfreundschaft, treffen auf hilfsbereite Menschen, erleben die Schönheit der Natur, geniessen die köstliche türkische Küche und erfreuen uns jedes herzhaften Lachens welches uns von Einheimischen geschenkt wird! Wir lernen, wie wir uns mit nonverbaler Kommunikation unterhalten können.
Zusammengefasst bedeutet dies für uns eine fantastische Erfahrung!

Doch nun der Reihe nach:

Von Dubai fliegen wir nach Istanbul, wo wir einen Anschlussflug nach Izmir nehmen. Die Einreise verläuft unproblematisch, und schon verlassen wir das Flughafengebäude. Wir nehmen ein Taxi welches uns zum Hotel fährt. Hier erhalten wir einen ersten und etwas falschen Eindruck, was die Fahrkunst des Türken anbelangt. Unser Fahrer drückt einmal voll das Gaspedal... und hält den Speed (sogar Samuel wird mulmig bei diesem Fahrstil und der hohen Geschwindigkeit) bis er von der Polizei aufgehalten wird... welcome to Turkey!!
Doch wie wir später auf unserer Reise merken, war dieser Fahrer eher die Ausnahme: der Türke fährt rassig und zielstrebig, fremde Verkehrsteilnehmer müssen sich etwas durchringen im Verkehr, sonst bleibt man am Kreisel stehen bis es Abend wird... aber zugleich fährt der Einheimische immer weit voraus schauend.
Unser 4 Stern Hotel in Izmir befindet sich in der Hafen Gegend. Fast ein wenig überfordert sind wir, als wir das Hotel in Flipflop und Shorts bekleidet betreten, denn hier halten sich vorwiegend gut gekleidete Geschäftsmänner auf. Wie wir später merken, ist dieses Hotel tatsächlich ein Deluxe Hotel. Sicherlich geniessen wir das schöne Zimmer mit all seinen netten Details sowie das Fitness-Studio! Hah, da kann ich mal wieder so richtig schwitzen...
Dennoch ziehen wir nach 2 Nächten um, in ein nettes kleineres 3 Stern Hotel, direkt an der Promenade gelegen. Das Preisleistungsverhältnis stimmt total, wir fühlen uns sofort wohl. Hier bleiben wir 7 Nächte, weil wir ja auf unseren Bruno warten!
Als wir unser erstes türkisches Frühstück an der Promenade geniessen, erkennt Samuel (Dank einem speziellen Tracking-App) ca. 200m direkt vor uns gelegen das Schiff, auf welchem Bruno steht!! So was aber auch – wir sind ganz „excitet“! Das Containerschiff „Gloria“ wartet darauf, in den Hafen einfahren zu können. Da es Donnerstag ist, wissen wir, dass wir unseren Landcruiser nicht mehr vor dem Wochenende haben werden, doch sind wir ungemein glücklich darüber, dass das Schiff angekommen ist – hoffentlich ist unser Container dabei!

...Gloria sollte direkt vor uns liegen...

...und siehe da, dort ist sie, Bruno mit dabei!!

Bei dieser Aussicht lassen wir uns unser türkisches Frühstück
 schmecken! Dieses Restaurant übrigens entpuppt sich in den
weiteren Tagen als unser Lieblingsrestaurant.

So verbringen wir das Wochenende mit langen Spaziergängen durch das Hafenareal von Izmir. Die Menschen begegnen uns fröhlich, die Shopping-Zone ist gemütlich einladend und Samuel geniesst ein Spa-Programm beim Hairdresser (das Haare schneiden wird zum Erholungserlebnis, denn Massage und Gesichtspeeling sind inbegriffen).


Izmir - eine "bunte" Stadt - fröhliche Menschen, freundliche Verkäufer, unaufdringliche Händler, entspannte Fischer - so lernen wir Izmir kennen.
beim Hairdresser...
...nach dem Hairdresser - der frisch gestylte Samuel,
 hier im Bild mit seinem neuen türkischen Freund
Ercan. Dieser nette Kellner bringt Samuel gerne mal einen
Gratis-Çay. Einem Strassenhändler luchst er eine Rose
ab, damit Samuel mir diese schenken kann!! 
Was sagt man dazu?! 


Tatsächlich ist es ein paar Tage später dann soweit: Bruno wird ausgeladen! Wir erleben eine spannende Geschichte:
Der ganze Prozess vom Abladen unseres Containers bis hin zur Abholung von Bruno dauert 5 Arbeitstage. Unterdessen haben wir mit unserem Agenten den gesamten Papierkram hinter uns gebracht, den es im Voraus zu erledigen gibt. Da wäre unter anderem die notarielle Beglaubigung, die es dem Agenten ermöglicht, in unserem Namen zu handeln... uns ist bewusst, dass wir blindes Vertrauen haben müssen – doch haben wir uns im Voraus gut über die Firma des Clearing-Agenten informiertJ und da im Hafen kein English gesprochen wird, sind wir auf diesen englisch sprechenden Mann angewiesen. Wir werden nicht enttäuscht! Alles sorgfältig organisiert, werden wir von einem Angestellten unseres Agenten, welcher uns als Übersetzer dienen wird bei den Zoll-Formalitäten, am 5. Tag zum Hafengelände geführt.
Wir verbringen die erste Tageshälfte damit, unseren Übersetzer für uns arbeiten und verhandeln zu lassen, uns indessen vom einen Stuhl auf den anderen zu setzen, zu warten, „Çay“ (türkischen Tee) zu trinken, bis es ans Auspacken von Bruno geht! Hierfür werden wir zum Container-Terminal gefahren. Wir haben im Voraus darauf bestanden, dabei zu sein wenn der Container geöffnet wird. Schliesslich wählten wir bewusst kein „roll-on roll-off (RORO)“ sondern einen Container, damit all unsere Habseligkeiten gut verschlossen und sicher in einem geschlossenen Raum in Izmir ankommen. Beim RORO Service werden die Fahrzeuge von Mitarbeitern der Frachtgesellschaft auf das Schiff rauf und auch wieder runter gefahren. Die Fahrzeuge sind auf der Überfahrt unverschlossen. Wir haben alle möglichen Geschichten von problemlos bis zum Fehlen des gesamten Fahrzeuginhaltes gehört. Da wir uns dies ersparen wollen haben für uns für die teurere, aber auch sicherere Variante per Container entschieden. Normalerweise darf das Hafen-Areal lediglich von Mitarbeitern betreten werden, dies wird uns einmal mehr gesagt. Es sei eine Ausnahme, dass wir mit dabei seien. Dank unserem Agenten läuft dies nun Einwand frei nach unserem Wunsch. 
Wir sind nervös und angespannt. Wie hat Bruno die lange Seefahrt sowie das 3-malige Umladen vertragen?
Nun ist es soweit: Samuel steht daneben als das „Seal“ geknackt wird. Natürlich weiss ich dass es verboten ist hier zu fotografieren, doch kann ich es nicht lassen einige Bilder zu knipsen, bevor ich sehr freundlich aufgefordert werde, dies zu unterlassen.
Im grauen Container ist Bruno drin... Somit wird alles aus
dem Weg geräumt damit das Siegel entfernt werden kann. 
Und hier ist er...
...Wahnsinn!!! Bruno, welcome to Asia / Izmir!
Und sogleich wird diskutiert wie Bruno am schnellsten befreit wird.

Alle Mitarbeiter des Geländes zeigen sich freundlich und hilfsbereit: so wird unverzüglich eine Rampe heran gefahren, damit Bruno ein sanftes Herausfahren ermöglicht wird. Ebenso wird Samuel dabei geholfen, den Bretterverschlag welcher Bruno gesichert hat, zu entfernen. Ein LKW-Fahrer hält extra an um seine Hilfe anzubieten, als er die platten Pneus sieht! Natürlich sind die Pneus lediglich platt, weil wir aufgrund der Höhe Luft ablassen mussten – so hat Samuel keine Zeit, sich unseren treuen Weggefährten erst anzusehen – viel eher muss er die Pneus wieder aufpumpen, was aber im eher friedlichen Gelände kein Problem ist.



Sogleich Abfahrt bereit, machen wir uns auf den Weg zurück zum Zollgebäude zur Import-Inspektion. Hier sagt man unserem Übersetzer, dass nun Mittagspause angesagt sei – wir werden um halb zwei nachmittags wieder hier erwartet... kurze Zeit später fordert man uns dann auf, den Schlüssel da zu lassen, damit die Inspektion über Mittag durchgeführt werden könne... hiermit sind wir natürlich nicht einverstanden, es macht für uns keinen Sinn – hat man uns 5 Min vorher gesagt, dass nun Mittagspause sei... irgendwie widersprüchlich. Auf alle Fälle einigen wir uns darauf um halb 2 hier zu sein.

Vor dem Zollgebäude.
Bruno wartet im Hinterhof auf die Herren Inspektoren.
Wie es sich für Herr und Frau Schweizer gehört, sind wir 10 Min früher am vereinbarten Ort. Ein Fehler, denn unser Übersetzer ist noch nicht da. Dennoch werden wir von einem der zuständigen Amtspersonen aufgefordert, mitzugehen, damit die Inspektion stattfinden könne. Wir denken uns noch, dass es angenehmer wäre mit unserem Übersetzer, doch war uns dieser Beamte am Morgen sehr freundlich gesinnt. Bei Bruno angekommen, ist Samuel dann urplötzlich umzingelt von 4 weiteren Männern: einer in Kravatte und Anzug, einer in Uniform usw. Sie weisen sich nicht aus, stellen sich uns nicht vor, denn schnell ist klar, lediglich einer der ganzen Truppe spricht wenig Englisch. Der Rest spricht nur türkisch! Dies sind also die Inspektoren... Sehen eher aus wie Bürogummis......na ja!
Da ich als weibliches Wesen innerhalb dieser Männerrunde nicht viel zu sagen habe, betrachte ich die Situation entspannt von Aussen und könnte laut lachen: 4 Männer plaudern in türkischer Sprache auf Samuel ein, wie im Hühnerstall! Der uns gut gesinnte freundliche Beamte hält sich raus. Schnell wird klar, dass sie irgend etwas im Schilde führen, denn mir scheint, diesen Männern ist klar, dass sie bei uns nichts Illegales finden werden. So zeigen sie allesamt auf ein Paket mit ein paar Auto-Ersatzteilen darin, welches in Bruno gelagert ist. „Invoice“ – äussert derjenige welcher etwas Englisch spricht. Samuel sagt ihm, er habe die Rechnungsbescheinigung nicht hier. Nun ist definitiv klar, die Bande interessiert sich für nichts weiter, nur diese Bescheinigung. Sie unterhalten sich auf türkisch, steigen in ein Auto ein (ich kann mich nicht erinnern dass das Auto angefahren gekommen ist), der letzte Satz ist, dass wir die Rechnung finden müssen, sonst bleibt Bruno hier. 3 Minuten hat die ganze Inspektion gedauert, und die Männer rauschen davon in einem lustigen kleinen Fiat Doblo  (passt nicht zum gesamten wichtigen Auftritt) – mir ist klar, dies ist ein Spiel!
So diskutieren wir kurz auf schweizerdeutsch, dass wir nun irgendeine andere alte australische Rechnung suchen (denn für die Teile des Paketes haben wir keinen offiziellen Beleg), diese vorzeigen und gut wirds sein! Doch da haben wir uns getäuscht. Wir betreten erneut das Zollgebäude...und siehe da, wir treffen die 4 Inspektoren verteilt in ihren Büros sitzend an – einer installiert gerade einen PC, der andere weibelt wichtig umher in seinem Anzug – ganz harmlos sehen sie auf einmal alle aus. Inzwischen ist der Übersetzer wieder da, fast hat er Schweissperlen im Gesicht, als er hört dass die Inspektion ohne ihn stattgefunden hat. Wir erzählen ihm nun die Geschichte der Rechnung, reichen ihm die angeblich stimmende zu (wobei wir nicht erwähnen dass dies eine Falsche ist) und sogleich zügelt er damit ab. Er kommt zurück uns meint, dieser Beleg sei akzeptiert, doch nun gäbe es ein weiteres Problem: wir müssen das Paket importieren was viel Aufwand an Papierkram bedeute für die Behörden... es sei denn, wir bezahlten 100Lira cash, und man vergesse das Paket...
Aha, hatten wir doch recht – ein Spiel! Eigentlich wären wir gewillt gewesen, nicht mitzuspielen, doch würde es zu teuer kommen für uns – im Falle wir unser Auto weitere Tage im Hafen lagern müssten, würde dies mehrere hundert US-Dollar kosten... Somit bezahlen wir die 100 Lira (50 Dollar), setzen uns hinters Steuer und brausen davon... Schliesslich haben wir etwas zu feiern – unser australischer Gefährte ist unversehrt angekommen – welcome to Turkey Bruno!!
Das Abenteuer kann beginnen!

Nach diesem Erlebnis reichen Tag gesellen wir uns unter die Mafioso...
die Rechnungen werden Cash beglichen...

In der nachfolgenden Bildergalerie findest Du noch ein paar Eindrücke von Izmir. 

Hier geht`s zur Diashow Izmir - drück auf`s Bild

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